Kriterien für gute ErklärfilmeDas ist ja wie im Film!

Ganz gleich zu welchem Thema: Im Internet gibt es eine Vielzahl von Videos. Welche Kriterien helfen bei der Suche nach geeigneten Empfehlungen für den Unterricht? Auch wer eigene Videos plant, kann sich anhand einer Checkliste orientieren. Zu dem Thema gibt es eine Vielzahl von Blogs und Publikationen, hier soll eine Querschnittsstudie aus Bremen herangezogen werden.

Eine Expertin wird vor einer Bücherwand gefilmt. Im Vordergrund steht die Videokamera.

Welche Videos eignen sich im Unterricht? Foto: Sam McGhee/Unsplash

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Kriterien

Im Internet sind viele aufwendig produzierte Videos zu finden, und sie scheinen die Messlatte technisch und ästhetisch sehr hoch zu hängen. Dabei ist eine gute Strukturwichtiger als eine große Show. Die Fachinhalte sollten stimmen und eine didaktische Reduktion kann sich auch auf eine nüchterne Ästhetik erstrecken.

Soweit wird schnell Einigkeit zu erzielen sein. Wie aber ist zu bewerten, ob ein Video zum Unterrichtszweck und zum Lernstand der Schülerinnen und Schüler passt? Was hilft beim Lernen mit einem Video?

Diese Fragen stellte sich auch Privatdozent und Physikdidaktiker Christoph Kuglemeyer von der Universität Bremen. Er sichtete eine Vielzahl von Studien und hat daraus eine „Checkliste zur Bewertung der Qualität von Erklärvideos“ erarbeitet. Diese Liste umfasst insgesamt dreizehn wichtige Merkmale. Dabei geht es um die Veranschaulichung und die Strukturierung des Videos, etwa durch Zusammenfassungen am Ende. Hilfreich ist es, vom Prinzip auszugehen und Beispiele nur sparsam anzuführen. Was nicht per se für Qualität spricht, ist eine hohe Klickrate: Sie hat nur wenig Aussagekraft.

Chemie kommunizieren

Die Technik, mit der ein Video erstellt wird, ist nicht ausschlaggebend. Ein gutes Beispiel stellt Jan Wickhorst mit einem Lege-Schiebe-Video zum Schalenmodell vor (Wickhorst, 2019, S. 10-13). Diese Technik eignet sich für zwei der wichtigsten Einsatzszenarien: zum einen produzieren Lehrende ein Video, das passgenau für den Unterricht ist. Zum anderen ist eine Aufgabe möglich, dass Schülerinnen und Schüler Videos erstellen – etwa im Rahmen eines Projektes oder anstelle einer Präsentation.

Mediendidaktische Herausforderung

Selbst wenn das Video sehr gut ist: Lernen geschieht durch Aneignen. Dazu zählt meist auch eine Interaktion, also ein Austausch zum Video in der Lerngruppe, im Unterricht, als direktes Feedback oder durch Aufgaben.

Sowohl beim Zeigen selbsterstellter Videos oder dem Einsatz von Videos aus externen Quellen ist ein klarer Bewertungsrahmen sinnvoll. Natürlich soll es fachlich richtig sein, doch was noch ist im Rahmen des Unterrichts von Relevanz? Gerade dann, wenn Schüler und Schülerinnen selbst Videos produzieren, sollte vorab klar sein, wie und wofür sie ein Feedback bekommen. Wo und von wem wird das Produkt zu sehen sein?

Wie kann im Unterricht so ein Rahmen festgesetzt werden? Aus den vielen Ansätzen lässt sich schnell priorisieren, was wichtig ist. Das könnte gemeinsam diskutiert werden, damit auch die Lernenden den medienkritischen Ansatz verinnerlichen, wenn sie für Hausaufgaben und zur Prüfungsvorbereitung im Netz nach Erklärungen suchen.

Wer gern eigene Lernmaterialien etwa über Learning-Apps entwickeln möchte, kann mehr als nur Lückentexte erstellen. Rätsel lassen sich digital erstellen oder Zuordnungsfragen erstellen. Kollaborativ könnten Schülerinnen und Schüler in einem Etherpad oder Wiki ein Glossar erstellen – oder als Plakat für den Klassenraum ausarbeiten.

Material

Den Artikel "Mit Erklärvideos zum Schalenmodell" finden Sie im Themenheft "Kommunizieren".

Zum Heft

 


Zum Weiterlesen:

Kugelmeyer, C.: Wie gut erklären Erklärvideos? Ein Bewertungs-Leitfaden. Computer + Unterricht 2018, 1409, S.8-11

Kulgemeyer, C.: Qualitätskriterien zur Gestaltung naturwissenschaftlicher Erklärvideos. S. 285-288. In: C. Maurer (Hrsg.), Naturwissenschaftliche Bildung als Grundlage für berufliche und gesellschaftliche Teilhabe. Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik, Jahrestagung in Kiel 2018, Publisher: Universität Regensburg. (2019/02/08) [Abruf 01-2020]

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