10. – 13. Schuljahr

Werner Pöpping und Sabine Fuchs

Alkalische Kernseife versus pH-hautneutrale Tenside

Das Interview als kommunikationsorientierte Methode

Seit Einführung der nationalen Bildungsstandards durch die Kultusministerkonferenz stehen die Förderung der Kommunikations- und der Bewertungskompetenzen mehr im Fokus des Chemieunterrichtes. Die Methode des Interviews ist besonders geeignet, diese Kompetenzen auf spielerische Art und Weise zu fördern. Sie findet bisher jedoch kaum Beachtung im Chemieunterricht. In diesem Artikel wird dargestellt, wie bei der Methode des Interviews sowohl die kommunikativen Kompetenzen gefördert als auch gleichzeitig die fachlichen Inhalte und Bewertungskompetenzen gesichert werden können.
Vorbereitung des Interviews
Als vorbereitende Hausaufgabe erhalten vier Schülerinnen und Schüler den Text zum Thema: „Sind pH-hautneutrale Tenside besser als alkalische Kernseife? (Material1). Zwei Schülerinnen bzw. Schüler sind aufgefordert, sich zuhause in die Rolle der Seifen-Experten einzuarbeiten und zwei Schülerinnen bzw. Schüler in die Rolle der Interviewer. Zur Vorbereitung ihrer Rollen als Experte und Interviewer erhalten sie jeweils ein Informationsblatt mit sechs methodischen Tipps zur Durchführung eines Interviews (Material2). Des Weiteren sind auf diesem Zettel „Überprüfungsfragen vermerkt, anhand derer überprüft werden kann, ob wesentliche Inhalte von den Zuhörern verstanden wurden (inhaltliche Transparenz). Ziel des Interviews ist es, den Zuhörern die wesentlichen Inhalte der Seifenthematik zu übermitteln.
Durchführung des Interviews
Zu Beginn der Stunde werden vier Stühle im rechten Winkel so aufgebaut, dass die Interviewpartner sich sehen können und die Interviewpartner gleichzeitig auch zum Publikum sprechen (Abb.1). Die Interviewer und die Experten w erden nach vorn gebeten und es wird ihnen direkt vor der Durchführung des Interviews ein Selbsteinschätzungsbogen ausgehändigt (Material3), den sie zunächst ausfüllen sollen. Das Ausfüllen des Selbsteinschätzungsbogens dauert nur etwa 2 Minuten, ist aber für die Qualität der Vermittlung der fachlichen Inhalte im Interview wichtig.
Während die Interviewpartner den Selbsteinschätzungsbogen ausfüllen, werden die Zuschauer aufgefordert, sich Notizen zu machen, da sie im Anschluss an das Interview, wesentliche Inhalte wiedergeben sollen. Einige Minuten sollten zusätzlich zum Ankommen der Interviewpartner in ihrer Rolle eingeplant werden.
Das eigentliche Interview dauert ca. 10 bis 15 Minuten. Die Interviewer und die Experten arbeiten bei dieser Methode zusammen, denn die Qualität des Interviews wird unter anderem daran bemessen, wie viel das Publikum nachher verstanden hat. Für die Qualität des Interviews ist es deshalb wichtig, dass die beiden Interviewer zwischendurch den Inhalt der interviewten Experten in eigenen Worten wiedergeben, um dann erst mit dem Interview fortzufahren (letzter und wichtigster Punkt des Selbsteinschätzungsbogens).
Im Anschluss an das Interview hat das Publikum zunächst die Möglichkeit, sowohl den Interviewern als auch den Experten Verständnisfragen zum Inhalt zu stellen. Die Interviewpartner sind in dieser Situation noch in ihrer Rollen und eine Schülerin oder ein Schüler aus dem Publikum moderiert die Fragen. Erst danach werden dem Publikum die vorbereiteten Überprüfungsfragen von der Lehrperson gestellt. Die Interviewpartner realisieren dadurch, wie viel des fachlichen Inhaltes bei den Zuschauern angekommen ist. Erst nach den Überprüfungsfragen werden die Interviewpartner aus ihren Rollen entlassen.
Alternativ könnten die Zuschauer auch aufgefordert werden, einen kurzen Artikel für eine Zeitschrift ihrer Wahl zu verfassen, indem die wesentlichen Inhalte der Thematik enthalten sind. Diese Aufgabe ist allerdings deutlich anspruchsvoller und umfangreicher. Die Durchführung des Interviews mit Auswertung dauert insgesamt ca. 30 min.
Möglichkeit und Grenzen der Interview-Methode
Die Methode des...

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