8. – 13. Schuljahr

Katrin Sommer, Jutta Lumer, Petra Kring, Matthias Niedermeier, Christian Eiblmeier, Peter Pfeifer, Susanne Schaffer und Armin Thefeld

Conceptmaps

Wissensstrukturen sichtbar machen

Begriffe (engl. concepts) in Kästen stehend, durch Pfeile verbunden sowie Beschriftungen auf den Pfeilen das sind die Markenzeichen von Conceptmaps (Kasten1). Mit diesem grafischen Werkzeug [1] lassen sich Zusammenhänge zwischen Begriffen und Konzepten visualisieren. Gerade in der Chemie mit ihrer kaum zu überblickenden Vielfalt an Stoffen und Reaktionen sind Werkzeuge gefragt, die diese Vielfalt auf ihre Grundlagen zurückzuführen und damit lehrbar und lernbar zu machen. Insofern verwundert es nicht, dass Conceptmaps im Chemieunterricht einen festen Platz haben und auch aus Chemie-Schulbüchern nicht mehr wegzudenken sind. Im vorliegenden Beitrag werden methodische Anregungen zur Nutzung verschiedener Conceptmap-Formate (u.a. auch von fill-in-maps) vorgestellt, bei denen die Integration von Basiskonzepten in die Conceptmaps eine besondere Rolle spielt.
Visualisieren mit Conceptmap oder Mindmap?
Visualisieren mit Conceptmap oder Mindmap?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Begriffe und Zusammenhänge zu visualisieren. Vergleicht man die Visualisierungsstrategien „Conceptmap und „Mindmap [1], so lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede identifizieren, aus denen unterschiedliche Nutzungsszenarien resultieren.
Beides sind grafische Werkzeuge, um Informationen und Wissen zu organisieren und zu strukturieren. Bei einer Conceptmap steht die Veranschaulichung von Zusammenhängen zwischen Konzepten im Vordergrund, während eine Mindmap die Teilaspekte eines Konzeptes veranschaulicht.
Dieser Unterschied spiegelt sich auch in der Art der grafischen Darstellung wieder: So ist eine Mindmap hierarchisch angeordnet mit dem zentralen Konzept in der Mitte oder am Anfang stehend; dieser Oberbegriff wird dann durch Seitenäste mit Unterbegriffen und Unter-Unterbegriffen ausdifferenziert. Demgegenüber werden in einer Conceptmap die verschiedenen Konzepte, Begriffe oder Informationen in Kästen notiert und durch Pfeile miteinander in Beziehung gebracht. Zusätzlich können Beschriftungen auf den Pfeilen angebracht werden, um die Zusammenhänge zu verbalisieren. Zugleich erwachsen aus der Art der Darstellung verschiedene Nachteile: bei Mindmaps stehen die einzelnen Begriffe unverbunden nebeneinander, sodass sie nur in ihrer Beziehung zum jeweiligen Oberbegriff zu erkennen sind. Bei Conceptmaps könnte deren Vorteil die Darstellung der Zusammenhänge zugleich zum Nachteil werden: die Gefahr einer fehlenden Übersichtlichkeit und das Nichterkennen der zentralen Zusammenhänge bleiben bestehen.
Aus diesen Unterschieden ergeben sich verschiedene Einsatzmöglichkeiten: Während eine Conceptmap der Repräsentation von Wissensstrukturen dient, kommt die Mindmap primär bei der Organisation von Informationen (z.B. auch bei der Sammlung erster Ideen zu einem Begriff) zum Einsatz.
Visualisierung komplexer Zusammenhänge
In Abbildung1 ist eine Conceptmap dargestellt, wie es als Ergebnis einer Sachstrukturanalyse für die Unterrichtsplanung entstehen könnte. Es zeigt die Vielzahl an Begriffen, die notwendig sind, um wesentliche Zusammenhänge eines komplexen Themengebietes (hier: Kohlenhydrate, strukturiert und übersichtlich darzustellen. Die Conceptmap ist also ein Format, um komplexe Zusammenhänge zu visualisieren [2].
Conceptmaps und Basiskonzepte
Conceptmaps sind inzwischen auch fester Bestandteil von Schulbüchern. Man spricht in dem Fall von extern präsentierten Conceptmaps. Mit dieser Visualisierungsform wird das Gelernte zumeist am Kapitelende klar und übersichtlich strukturiert dargeboten. Als Beispiele sind in den Abbildungen2 und 3 )Wissensstrukturen zentraler Begriffe des Chemieanfangsunterrichts sowie deren Beziehungen zueinander dargestellt. Das Besondere dieser Darstellungsform ist, dass in die Conceptmaps eine zweite...

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